Deidesheim
Pfarrei Hl. Michael

Dienstag, 17. März 2026

„Aufstehen für Menschenwürde und Demokratie“

Zur Landtagswahl am 22. März 2026 positionieren sich die Diözesen und die protestantischen Landeskirchen für Menschenwürde und Demokratrie. Auch die Diözesanversammlung der Diözese Speyer steht geschlossen hinter der Aktion.

Schon 2024 hatte die Deutsche Bischofskonferenz einstimmig erklärt, Völkischer Nationalismus und Christentum sind unvereinbar. In der Erklärung hatten die Bischöfe ausdrücklich die AfD genannt und damit erstmals eine im Bundestag vertretene Partei als nicht wählbar für Christen charakterisiert. Auch der neue Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz Heiner Wilmer hat zum Ende der Frühjahrsvollversammlung eine deutliche Warnung vor der Alternative für Deutschland (AfD) ausgesprochen.

Zur Landtagswahl am 22. März 2026 haben sich die Diözesen in Rheinland-Pfalz zusammen mit den protestantischen Landeskirchen hinter die Aktion „Aufstehen für Menschenwürde und Demokratie“ gestellt.

Auch die Diözesanversammlung, das Synodale Gremium des Bistums Speyer, setzt sich im Vorfeld der Landtagswahlen am 22. März 2026 ein für eine freie, demokratische und offene Gesellschaft:

„Wir stehen auf für Menschenwürde und Demokratie“ 

Erklärung der Diözesanversammlung des Bistums Speyer zur Landtagswahl 2026 

Die Diözesanversammlung des Bistums Speyer steht aus christlicher Verantwortung öffentlich ein für eine freie, demokratische und offene Gesellschaft. Wir sind überzeugt: Demokratie lebt von Partizipation, vom Engagement, vom respektvollen Ringen um gute Lösungen und von Menschen, die Verantwortung übernehmen.

Wir begrüßen, dass sich die Deutsche Bischofskonferenz klar positioniert und völkischen Nationalismus als unvereinbar mit dem Christentum erklärt hat.

Grundlage unseres Handelns ist das biblisch-christliche Menschenbild: Die Würde jedes Menschen als Ebenbild Gottes ist unantastbar. Daraus erwächst für uns der Auftrag, uns einzusetzen für Solidarität, Teilhabe und ein respektvolles Miteinander aller Menschen in unserem Land. Diese Haltung prägt das Zusammenleben in unseren Pfarreien, Verbänden, Bildungseinrichtungen sowie caritativen Werken und Diensten. 
Wo dieses Verständnis von Menschenwürde und gutem Zusammenleben infrage gestellt wird, widersprechen wir deutlich. Extremismus und populistische Ideologien sind mit unserem Glauben unvereinbar und haben in der Kirche keinen Platz. 

  • Wir stehen auf für die universalen und unteilbaren Menschenrechte. Wir treten ein gegen jede Form von Antisemitismus, Rassismus, Ableismus sowie Diskriminierung, insbesondere aufgrund von Religion, Herkunft, Hautfarbe, Geschlecht oder sexueller Identität. Wo Grundrechte relativiert oder Menschen ausgegrenzt werden sollen, stellen wir uns entschieden entgegen. 
  • Wir stehen auf für den Schutz der globalen Gemeinschaftsgüter. Wir erinnern daran, dass die Menschheit nur eine Zukunft hat, wenn sie diesen Schutz als gemeinsame Aufgabe erkennt. Der Einsatz für die Schöpfungsverantwortung ist unsere Pflicht und unsere Verantwortung im globalen Norden, um vor allem vulnerable Gruppen vor den Auswirkungen des Klimawandels und des Biodiversitätsverlusts zu schützen. 
  • Wir stehen auf für unsere rechtsstaatliche Demokratie. Freiheit, Gewaltenteilung, gleiche Rechte für alle und die Kontrolle von Macht sind für uns unverzichtbar. Autoritäres Denken, die Abwertung staatlicher Institutionen und gezielte Angriffe auf das Vertrauen in unsere Demokratie weisen wir zurück. 
  • Wir stehen auf für ein politisches Handeln, das nicht an nationalen Grenzen endet. Wir übernehmen Verantwortung für Europa und die Welt, für Frieden und Gerechtigkeit. Nationalismus sowie völkisches Denken widersprechen unserem Glauben und unserem Verständnis von Verantwortung. 
  • Wir stehen auf für einen Politikstil, der verbindet statt spaltet. Demokratie braucht kontroverse Debatten, aber sie lebt von Respekt, Wahrhaftigkeit und der Bereitschaft zum Dialog. Angstmacherei, Hass, Gewalt und jede Zusammenarbeit mit extremistischen und verfassungsfeindlichen Kräften lehnen wir entschieden ab.

Unsere Demokratie braucht Menschen, die Haltung zeigen. Darum rufen wir alle Wahlberechtigten in Rheinland-Pfalz auf: Gehen Sie wählen! Bringen Sie Ihre Stimme ein – für die Würde und Freiheit aller Menschen, für unsere Demokratie und für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. 
Verabschiedet bei der Diözesanversammlung am 14.03.2026

 

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