Göllheim
Pfarrei Hl. Philipp der Einsiedler

Samstag, 17. Januar 2026

„Stallgeruch“ beim Königlichen Krippenkonzert


Im übertragenen Sinn lag „Stallgeruch“ in der Luft beim diesjährigen Königlichen Krippenkonzert am 2. Januar 2026 in der Pfarrkirche in Göllheim. Musikalisch, gesanglich und textlich konzentrierte sich alles um das Ereignis der Heiligen Nacht im Stall zu Bethlehem. In der Begrüßung wurde betont: „Wir haben für heute Abend in die stimmungsvolle Kirche und an die Krippe zu einem Geburtstagskonzert eingeladen, um der Weihnachtszeit Glanz und Klang zu schenken.“

Eröffnet hatte das Konzert Severin Günther an der Orgel, mit einem Präludium von Felix Mendelsohn Bartholdy. Das Ensemble der Kolpingkapelle Zell mit Dirigent Jochen Paulokat, Dorothea Deibel, Matthias Gießen, Pirmin Deibel, Stefan Weil, Svenja Mosis und Sebastian Osterroth, bot eine Adventsfantasie des Komponisten Thiemo Krass über „Macht hoch die Tür“, später kam eine Paraphrase über den Siegeschor aus Händels Judas Maccabaeus, bei uns ist die Melodie als „Tochter Zion“ bekannt. Freudig erklang der Choral von Philip Nicolai aus dem Jahr 1597, arrangiert von Pavel Stanek: „Wie schön leuchtet der Morgenstern“. Emotional berührte das von Kees Vlak arrangierte „Away in a manger“ (Im Stall an der Krippe), Das Ensemble rief mit seinen Darbietungen zum Blick in den Stall, wo in der Krippe Jesus geboren wurde.

Silke Schindler mit der Gitarre und im gemeinsamen Gesang mit Petra Ochßner stießen mit ihren Beiträgen die Tür zum Stall weit auf, um das Wunder der einzigartigen Nacht zu verkünden: „Wisst ihr noch wie es geschehen“, ein Text von Hermann Claudius mit der Melodie von Christian Lahnsen, ebenso „Ein Kindlein liegt im armen Stall“ von Martin Gotthard Schneider.

Mit dem „Hört, ihr Menschenkinder all“ von Georg Friedrich Händel kündeten Silke Schindler mit Gesang und Severin Günter an der Orgel, dass das Geschehen im Stall in die Welt gehört. Ebenso beeindruckend war die Darbietung eines lyrischen Werkes für Trompete und Orgel von Enrico Pasini durch Severin Günther (Orgel) und Volker Günther (Trompete). Severin Günther brillierte auch solo an der Orgel mit der Choraltrilogie: „Gelobet seist du Jesus Christ“.  

Zwischen Gesang und Musik trugen Textbeiträge zu dem anfangs erwähnten „Stallgeruch“ bei. Stephanie Beyer trug die Geschichte des Hirten Ethan vor. Als Zeuge in der Heiligen Nacht sah er sich beauftragt, dieses heilige Ereignis allen Hirten und der Welt zu verkünden. Er hatte verstanden „Jesus will die Welt verändern, aber mit uns Menschen“. Petra Ochßner und Birgit Baqué-Stuppy sahen aus dem Blickwinkel des Stalles und der Krippe vorausschauend auf die Botschaft, die Jesus bringen wird. Maria (Birgit Baqué-Stuppy) und Josef (Arno Josef Stuppy) freuten sich über ihren Sohn und glaubten daran, dass er die Welt retten will. Dann müssen sie aber miterleben, wie die Hirten in Bethlehem ausgelacht und verspotteten werden, als sie die Geburt des Messias erzählten. Dabei bemerkte das heilige Paar, dass Kranke, Arme, Beeinträchtigte, Fremde und Ausgegrenzte sich von der Geburt das Heil erwarten. Josef nannte als Beispiel Göllheim, wo alle zählen. Maria stellte fragend fest: „Göllheim liegt aber doch nicht im Heiligen Land?“ Josef sagte: „Doch Maria, denn überall auf der Welt kann Heiliges Land werden, wenn Christen an die Botschaft aus unserem Stall glauben und sie mit Leben füllen.“

Beispielgebend kamen die Sternsinger, die in den Tagen um den 6. Januar Hausbesuche machen und für Kinder um Spenden bitten, die durch Kinderarbeit ausgebeutet werden. Vor dem Altar trugen sie ihre Botschaften vor. Eliabeth Boos, Antonia Oberhausen und Guilia Jacob kamen in Begleitung von Silvia und Holger Boos.

Der finale Punkt des Abends war das bekannte Weihnachtslied „O du Fröhliche …“, von dem Ensemble der Kolpingkapelle schwungvoll angespielt, bevor die Orgel den Klang erhöhte und alle im Gotteshaus einstimmten und einen besonderen Abend krönten.

Pfarrer Josef Metzinger lud zum gemeinsamen „Vater unser …“ ein und spendete den Segen. Er dankte allen, die sich an diesem Abend engagiert hatten mit einem Präsent. Sein Dank ging auch an die Besucherinnen und Besucher, die an diesem winterlichen Abend trotz Schnee den Weg zum königlichen Krippenkonzert gefunden hatten.

Nebenbei vermerkt war es ein kleines Jubiläum. Die Konzertreihe fand zum fünften Mal statt. Volker Günther hatte 2022 die Idee, zusammen mit musikalisch und gesanglich engagierten Frauen und Männer und der Familiengruppe zum Jahresbeginn ein Konzert anzubieten. Nachdem es vier Mal eine gute Resonanz fand, wurde auch in diesem Jahr zum Königlichen Krippenkonzert eingeladen.

Zum Vormerken: Das nächste Konzert ist auf Freitag, den 8. Januar 2027 festgesetzt.

 

Arno Stuppy        

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