Mittwoch, 24. Juni 2026
Bericht: Wechsel in der Ökumenischen Seniorengemeinschaft Studernheim
Nach unglaublichen 42 Jahren der Leitung der Ökumenischen Seniorengemein-schaft Studernheims gab Erich Jaschek die Verantwortung für seine fidele Gruppe aus gesundheitlichen Gründen ab: Anfang des Jahres hatte er seinen Rückzug unter anderem bei Ortsvorsteher Thomas Batke angekündigt. Zu dem Zeitpunkt gab es allerdings noch keine Aussicht auf eine Nachfolge, obwohl die Bedeutung der Seniorengemeinschaft weit über die Ortsgrenzen hinausgeht.
Legendär sind die vielen Exkursionen der Gemeinschaft, zu denen Erich Jaschek gewöhnlich einen großen Reisebus charterte, damit interessante Ziele für kleines Geld ansteuerte und Besichtigungen vor Ort anbot (z.B. Idar-Oberstein an der Deutschen Edelsteinstraße). Dabei war ihm immer wichtig, dass diejenigen, die noch gut zu Fuß waren, die Möglichkeit zu ausgiebigen Spaziergängen hatten. Die anderen durften sich schon zu dem reservierten Café begeben, in dem sich schließlich die ganze Gruppe traf und bei Kaffee und Kuchen den Tag genoss.
Eine harte Unterbrechung der Aktivitäten war der Corona-Krise geschuldet. In dieser Zeit war Erich Jaschek wöchentlich am Telefon und rief jedes Mitglied seiner Seniorengemeinschaft an, um sich nach dem Befinden zu erkundigen, Optimismus und Zuversicht zu verbreiten und auch Einkäufe für den täglichen Bedarf zu organisieren. Für ihn war es besonders wichtig, den Senioren zu signalisieren, dass sie trotz einer Isolation durch Lockdowns nicht allein seien und dass am Ende des Tunnels ein Licht zu erkennen sei. Dadurch konnte die Seniorengemeinschaft relativ geschmeidig durch die Krise kommen und sich wieder im gewöhnlichen Zwei-Wochen-Takt im Pfarrheim St. Georg treffen.
Zu solchen Treffen hatte Erich Jaschek in früheren Zeiten immer Kuchen von einer Bäckerei in Oggersheim gekauft, deren Angebot aber schon nach kurzer Zeit keine wirkliche Abwechslung mehr bot. Kurzerhand rief er alsdann in Studernheim herum und fand einige Helferinnen, die wahre Kuchenbuffets für die Seniorennachmittage zauber(te)n und von Erich Jaschek immer liebevoll als „seine Zuckerbäckerinnen“ gerufen wurden und werden.
Am 10. April diesen Jahres war nun der wichtige Tag gekommen, an dem Erich Jaschek den Staffelstab übergeben wollte. Gegen 14:00 Uhr begrüßte er dazu seine Seniorengemeinschaft und alle Gäste, die aus nah und fern gekommen waren. Mehr als 60 Gäste hatten sich zu dem Ereignis im Pfarrheim St. Georg eingefunden. In einer ergreifenden Rede resümierte er über die Gemeinschaft sowie über Höhen, Tiefen und Herausforderungen in den 42 Jahren. Besonders dankte er seiner Frau Gudrun, die ihm in dieser langen Zeit den Rücken gestärkt und ihn stets tatkräftig unterstützt habe.
Die erste Danksagung kam aus der Gemeinschaft selbst: Lilli Brier ergriff spontan das Wort und hielt eine kurze, emotionale Ansprache. Auch Beigeordneter Bernd Leidig war gekommen, um die Grüße und den Dank der ganzen Stadt Frankenthal auszudrücken und die Bedeutung der Seniorengemeinschaft für die Gesellschaft zu unterstreichen. Ebenso wandte sich Thomas Batke in einer kurzen Laudatio an Erich Jaschek und würdigte sein unermüdliches Engagement über Jahrzehnte hinweg, die das dörfliche Leben in Studernheim maßgeblich geprägt habe.
Für die beiden Kirchengemeinden in Studernheim waren Pfarrerin Heike Rauber für die protestantische Gemeinde und Rainer Jacquemin für die Gemeinde St. Georg und als Vertreter von Pfarrer Andreas Rubel und damit der ganzen Pfarrei Hl. Dreifaltigkeit erschienen und überbrachten Dank und Anerkennung an Erich Jaschek. Dabei erinnerte Rainer Jacquemin unter anderem an den ökumenischen Dankgottesdienst zum 40. Bestehen der Gemeinschaft, der von Kindern der lokalen Grundschule und der örtlichen Kindertagesstätte „gesprengt“ worden war: Sie erschienen unangekündigt während des Gottesdienstes in St. Georg, trugen einige einstudierte Lieder als Glückwunsch vor und unterstrichen dadurch die Bedeutung der Seniorengemeinschaft in Studernheim über die Grenzen aller Generationen hinweg.
Ebenso dankte die Studernheimer Arbeitsgemeinschaft (SAG), die sich mit großem Erfolg bemüht, Studernheim noch l(i)ebenswerter zu machen, und bei den Nachmittagen der Senioren tatkräftig unterstützt, Erich Jaschek mit einem großen Geschenkkorb, der sich zu den übrigen Präsenten gesellte.
Nach diesem offiziellen Teil ging es der Ehrentorte an den Kragen bzw. das Sahnedekor. Nachdem Gudrun und Erich Jaschek sie gemeinsam angeschnitten hatten, setzte plötzlich im Pfarrheim eine relative, genüssliche Stille ein, denn die Anwesenden führten allerlei köstliche Backwaren und Heiß-/Kaltgetränke der jeweiligen, irdischen Verwendung zu.
Nun war der Zeitpunkt für die eigentliche Staffelübergabe gekommen. Der Staffelstab hatte an diesem Tag die Form eines bunten Blumenstrauß’, den Erich in den Händen hielt. Glücklicherweise hatte sich nämlich mit Julia Merdian zwischenzeitlich eine freundliche und tatkräftige Nachfolgerin gefunden, die an diesem Tag vorgestellt und eingeführt wurde. Alle Anwesenden hießen sie mit großem Applaus herzlich willkommen. Beide Kirchengemeinden boten ihr ihre Unterstützung an, wenn immer sie eine offene Tür oder ein offenes Ohr suche.
Gestärkt durch Kaffee und Kuchen und dem ein oder anderen Gläschen Sekt wurden nun Noten verteilt, Frau Doris Rettig holte ihr Akkordeon hervor und die Stimmbänder im Saal wurden gestimmt. Die Auswahl der Lieder oblag hierbei – so ist es Usus bei unseren Senioren – den „Geburtstagskindern“ seit dem jeweils letzten Treffen. Und so klang der Nachmittag stimmgewaltig und heiter aus. Die letzten Gäste verließen das Pfarrheim schließlich gegen 20:00 Uhr, löschten das Licht und schlossen die Tür. Ein für alle Beteiligten unvergesslicher Nachmittag ging allmählich zu Ende...
Noch einmal danken wir Gudrun und Erich Jaschek herzlich für ihr jahrzehntelanges unermüdliches Engagement für die Ökumenische Seniorengemeinschaft Studernheim und hoffen auf ein kräftiges „Vergelt’s Gott“. Die riesige Resonanz an dem Tage zeigte, wie tief die Seniorengemeinschaft in Studernheim verankert und welche Bedeutung sie dadurch über die Grenzen des Dorfes hinaus erreicht hat.
Ebenso wünschen wir Julia Merdian viel Er folg und Freude an ihrer verantwortungsvollen Aufgabe sowie das Quäntchen Glück, das manchmal notwendig ist. Wir unterstützen Julia Merdian gerne in ihrer neuen Rolle.
Gleichzeitig wünschen wir Gudrun und Erich Jaschek Gottes Segen und Zufriedenheit für die gemeinsame Zukunft, in der sie nun – wie alle anderen Senioren – die Nachmittage und Ausflüge als interessierte Teilnehmer genießen dürfen. (Rainer Jacquemin)
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