Sonntag, 07. Juni 2026
Berichte: Ostern in Studernheim 2026
Eigentlich herrscht am Karfreitag Grabesruhe – nicht so in Studernheim!
In Studernheim ist es eine lange Tradition, am Karfreitag kläppernd durch die Straßen und Gassen des Dorfes zu radeln, um an die Passion und Todesstunde Jesu zu erinnern. Dazu trafen sich Kinder und Jugendliche, die zu diesem Ereignis extra aus den Vororten Studernheims (z.B. FT-Innenstadt, Eppstein und Flomersheim) und somit aus anderen Gemeinden (St. Ludwig, St. Cyriakus und St. Thomas Morus) gekommen waren, nachdem sie über Mundpropaganda von dem hiesigen Event erfahren hatten. Dass auch protestantische Jugendliche mitradelten, bedarf in Studernheim keiner besonderen Betonung, da hier ein sehr enges Verhältnis unter den beiden Gemeinden herrscht. Die Gruppe war auf dem steilen Weg zu neuen Rekorden in der Teilnehmerzahl.
Nach dem Gruppenbild vor St. Georg gab es die kurze Einteilung. Alsdann radelten und kläpperten alle freitags und samstags während des Triduums jeweils um 12:00, 15:00 und 18:00 Uhr in einigen Gruppen auf diversen Routen durch Studernheim.
Herzlicher Dank gilt allen Kindern und Jugendlichen, die am Karfreitag und -samstag durch Studernheimer Gassen geradelt sind und in ihrer Art die Passion Jesu durch das Dorf trugen. Ebenso bedanken wir uns bei Tanja Marx und Barbara Zimmer für die Organisation der Touren sowie bei Moritz Bömicke und Alexander Marx, die als Begleiter auf ihren Fahrrädern für die Sicherheit sorgten. Unsere Gäste aus den Vororten Studernheims bzw. von der protestantischen Gemeinde sind natürlich herzlich eingeladen, auch im kommenden Jahr wieder in der südlichsten Gemeinde der Pfarrei zu kläppern. Alle anderen Kinder Studernheims sind ebenfalls von Herzen willkommen, wenn sie mitradeln möchten! (Rainer Jacquemin)
Warum es an Ostern Eier gibt
Kindergottesdienst am Ostermontag in St. Georg mit anschließender Eiersuche
Bereits zum dritten Mal, man kann also schon von einer lieben Tradition sprechen, fand am Ostermontag in St. Georg ein Kindergottesdienst statt. Zusammen mit den 36 Kindern, die mit Eltern und Großeltern erschienen waren, gingen wir der Frage nach: „Warum werden eigentlich an Ostern Eier verschenkt?“
Nach der Begrüßung und dem fröhlichen Lied „Wir feiern heut‘ ein Fest“ versammelte Lucia Bömicke die Kinder um ein rundes gelbes Tuch auf dem Boden, das bereits zu Beginn neugierig beäugt worden war.
Im anschließenden Kreisgespräch kamen verschiedene Ideen, woran das Tuch die Kinder erinnert: Mond, Sonne, Stein vor dem Eingang des Grabes Jesu und, wie erhofft, Eidotter. Nun durften die Kinder unter ein Tuch greifen und erfühlen, was sich wohl in dem Körbchen darunter befand: Natürlich ein Ei! Damit waren wir schon mittendrin und es ergab sich ein lebhaftes Gespräch rund ums Ei, wobei auch die Kleinsten schon ihre Vorlieben kundtaten: Spiegelei, Rührei, gekochte Eier… Auch der Weg des Eies von der Henne zum Küken war einigen Kindern bekannt.
Rainer Jacquemin verteilte nun kleine flauschige Küken, die die Kinder vorsichtig aus einem Körbchen nahmen und behutsam mit ihren Händen verschlossen. In der anschließenden Meditation erlebten die Kinder ihre Hände als Eierschale, in deren Mitte neues Leben gut geborgen ist, bis nach 21 Tagen das Küken anklopft und die Schale aufbricht. Sorgsam setzten die Kinder ihre Küken nun auf das gelbe Tuch.
Zurück in den Bänken, nach Kyrie und Eröffnungsgebet, erzählte Marie Marx die Legende der Katharina von Alexandrien, die dem Kaiser Konstantin über die Auferstehung Jesu berichtete. Doch dieser lachte und sagte: „Das glaube ich erst, wenn du aus einem Stein neues Leben erwecken kannst!“ Daraufhin zeigte Katharina dem Kaiser ein fast ausgebrütetes Ei, das zunächst wie ein Stein in ihrer Hand lag. Wenig später aber klopfte das Küken ein Loch in die Schale und schlüpfte heraus. „Es sah aus wie tot“, sagte Katharina, „und doch ist es lebendig.“ Mit zwei Eischalenhälften und einem Küken veranschaulichte Lucia Bömicke die Legende. Nun fand das Nest mit Ei und Küken seinen Platz auf dem gelben Tuch.
Nach dem Lied „Gottes Liebe ist so wunderbar" entzündete Brigitte Wolf eine Kerze, die ein Mädchen hielt, während sie die Lesung aus dem 1. Brief des Apostel Paulus an die Korinther las, in dem er sie an die Auferstehung Jesu erinnerte. Auch die Kerze fand ihren Platz auf dem gelben Tuch, um das sich nun wieder alle Kinder zum „Vater unser“ versammelten. Zum Schluss sprach Lucia Bömicke noch ein Gebet und die Worte zum Segen.
Natürlich durfte als Vorbereitung zur Eiersuche das Lied „Stups, der kleine Osterhase“ nicht fehlen, das von allen auswendig oder mit Liedblatt, am Altar und in den Bänken, laut und fröhlich geschmettert wurde! Herzlichen Dank an Philipp Sauer, der uns an der Orgel begleitete und unseren Gesang so lebendig machte!
Nach ein paar Worten von Rainer Jacquemin zur Organisation der Eiersuche machten sich die KirchenbesucherInnen auf den Weg zum Pfarrgarten, wo 200 versteckte Eier im Gras warteten. Als großes Team sammelten die 36 großen und kleinen EiersucherInnen mit viel Spaß innerhalb von zehn Minuten alle Eier, die anschließend gerecht verteilt wurden: 5 Ostereier pro Kopf und ein Schokohasenlolly landeten in den mitgebrachten Körbchen.
Herzlichen Dank an Marie Marx, Sophie und Tobias Schinabeck und Fabian Schmidt, die für die Verteilung verantwortlich waren, dem Team, das die Eier versteckt hatte und dem Kindergottesdienst-Team! (Lucia Bömicke)
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