Landau
Pfarrei Mariä Himmelfahrt

Donnerstag, 13. März 2025

Jahrestag des Bombenangriffs auf die Stadt Landau

Der Bombenangriff auf die Stadt Landau in der Pfalz im Zweiten Weltkrieg jährt sich am 16. März diesen Jahres zum 80. Mal. Der damalige Religionsprofessor Phillip Weindel schreibt dazu im Pfarrgedenkbuch der Pfarrei St. Maria vom "großen Unglückstag". Wenige Wochen vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs mussten viele ihr Leben lassen, kamen im Bombeninferno ums Leben.

Der Krieg und die brutale Zerstörung, die das Naziregime in die Welt gebracht hatte, kehren in die Heimat zurück. Beim Bombenangriff auf die Stadt Landau fanden am 16. März 1945 176 Menschen den Tod, viele wurden verschüttet und verletzt. Eine Gedenktafel im Kreuzgang der Pfarrei Heilig Kreuz, wo 38 Menschen ihr Leben ließen, erinnert an diesen dunklen Tag der Landauer Geschichte.

Im Sonntagsgottesdienst am 16. März wird in der Landauer Marienkirche der Verstorbenen und der Opfer von Krieg und Gewalt gedacht. Der Gottesdienst beginnt um 10.30 Uhr und kann auch auf dem Youtubekanal https://youtube.com/@marienkirchelandau mitgefeiert werden.

Zu diesem ereignisreichen Tag finden Sie hier die Stationen der Zerstörung in den letzten Kriegswochen (Stadtarchiv Landau) und einen Auszug aus der Pfarrchronik von St. Maria.

Stationen der Zerstörung und Gedenken der Verstorbenen

Nicht nur am 16. März 1945 brachten Bombenflugzeuge Tod und Zerstörung nach Landau. Immer wieder während der Kriegszeit gab es nachts Fliegeralarm in der Stadt. Mit dem Eingreifen amerikanischer Bomber gab es dann auch Tagesalarm, in Landau erstmals am 17. August 1943. Zerstörungen gab es damals nicht, doch zunehmend Angst und Schrecken bei der Bevölkerung.

Der erste Angriff auf Landau war am 25. April 1944 vormittags 10.20 Uhr. Er traf Teile der Panzerjägerkaserne, das Bahngelände und die Mozartstraße. 29 deutsche, 5 ausländische, gefangene Soldaten sowie 15 Zivilisten fanden den Tod.

In der Nacht vom 25. auf 26. August 44 stürzte ein beladener englischer Bomber auf die Vogesen- und Mozartstraße. Mit der 7köpfigen Besatzung fanden auch 11 Zivilisten den Tod.

Am 6. Oktober war der Hauptbahnhof Ziel eines Angriffs. Ein Transportzug wurde getroffen. Schäden gab es in der Ostbahnstraße. Ein Gaskessel der Stadtwerke wurde zerstört. 4 Tage fiel der Strom aus. 33 Tote.

Erneuter Fliegerangriff am 15. Oktober, wieder auf den Hauptbahnhof. 11 Tote unter neuen Trümmern.

Weiter ging es am 5. November. Unter anderem wurde auch die Horstsiedlung getroffen. 3 Flaksoldaten fanden den Tod.

Am 25. November fielen erneut Bomben auf Landau. Die Panzerjägerkaserne, Haydnstraße, Beethovenstraße, Guldengewann und erneut der Bahnhof wurden getroffen. 53 Menschen starben.

13 Menschenleben kostete es am 29. November, als in der Kaserne eine Ausweichfiliale der Fa. Lanz, Mannheim getroffen wurde. Auch in der Birnbaumstraße waren Schäden.

Dazwischen gab es immer wieder Angriffe durch Jabos, die mit ihren Bordwaffen auf alles schossen, was sich bewegte. Mehrere Züge wurden in der Umgebung getroffen, mit vielen Verletzten und auch Toten.

Am 1. und 2. Dezember wurden Haupt- und Westbahnhof und die 18er Kaserne getroffen. 12 Menschen fanden den Tod.

Erneute Bomben auf die Bahnanlage am 8. und 14. Dezember. Dabei wurde ein Munitionszug getroffen. Schäden am Schlachthof und Stadtwerken und Versorgungsamt.

Am 16. Dezember sank die Bahnhofshalle in Trümmer. Ein Russenlager in der Nähe wurde getroffen. 1 Wachmann und 34 Russen fanden den Tod.

Am 18. Dezember fielen Bomben auf die Bahnhofstraße und das Gebiet am Westpark.

Am 20. und 22. Dezember entstanden schwere Schäden am Justizgebäude. Dazu kam der Fernbeschuss mit Granaten von der heranrückenden Front. Etwa 10.000 Menschen flohen in dieser Zeit aus Landau.

Ein Angriff am 1. Januar 1945 ging noch glimpflich ab. Größer waren die Verheerungen am 3. Januar. Panzerkaserne, Zollamt und in Queichheim das Elisabethenstift wurden getroffen. 4 Kinder im Elisabethenstift starben.

Weiter ging es am 7. Januar. Wieder wurde der Bahnhof getroffen, dazu die Kasernen und Häuser in der Horstsiedlung, die noch während der Nacht brannten.

Danach wurde es für einige Tage ruhiger. Es begann wieder am 14. Januar mit weiteren sporadischen Angriffen auf die Bahnanlagen während der folgenden 10 Tagen.

Schlechtes Flugwetter lies die Menschen ein wenig aufatmen. Doch am 14. Februar erlebte Landau das erste Flächenbombardement. Vor allem die Innenstadt wird getroffen. Ganze Häuserfolgen werden niedergerissen, viele Brände waren in der Stadt. 36 Menschen müssen ihr Leben lassen.

Zwei Tage später, am 16. Februar, erneut ein schwerer Angriff. Vor allem der Nordwesten Landaus aber auch die Marktstraße werden zerstört. 147 Menschen sind zu beklagen.

Lähmendes Entsetzen packt nun erst recht die Bürger von Landau, die in großer Zahl die Stadt verlassen, während vereinzelte Angriffe weiter gingen.

Zwischen 5. und 14. März wurde es verräterisch ruhig. Es war die Ruhe vor dem letzten großen Sturm. Die am 14. März beginnende Schönwetterperiode brachte die Hölle aus der Luft in vielen Städten und Dörfern in der Pfalz.

In Landau gab es am 16. März gegen 14.00 Uhr Vollalarm. Die erste Bombenlast ging über der Südweststadt nieder. Die Kasernen, Weißenburger- und Bürgerstraße und das Vinzentiusstift wurden von Brand- und Sprengbombern getroffen.

Kaum hatten die Löscharbeiten begonnen, kam die zweite Angriffswelle. Jetzt traf es das Gebiet um Schlossstraße, Marienring und Reiterstrasse. Das Pfarrhaus und die Sakristei von St. Maria wurden total zerstört, die Kirche durch die Druckwellen stark beschädigt.

Nur 20 Minuten später erfolgte der dritte Bombenteppich. Er traf die Mitte der Stadt. Getroffen wurde der öffentliche Luftschutzkeller bei der Augustinerkirche, der Chor der Kirche, dazu Gerberstraße, Kronstraße, Marktstraße.

Eine vierte Welle mit Sprengbomben folgte. Die Gebiete weiter nördlich wurden getroffen. Gegen 16.00 Uhr detonierten im Nordring die letzten Bomben des zwei Stunden anhaltenden Infernos. Der Beschuss durch Jabos ging jedoch unvermindert weiter. Die Bomben dieses Tages forderten 176 Menschenleben. Die Stadt lag in Schutt und Asche. Die Stadt brannte, wie sie zum letzten Mal wohl nur 1689 gebrannt hat.

Quelle: Stadtarchiv Landau in der Pfalz

 

Der große Unglückstag des 16.3.1945

Aufgezeichnet von Religionsprof. Phillip Weindel

(Pfarrgedenkbuch St. Maria, Landau in der Pfalz, 1936-1963, S.35 ff)

Es war ein strahlender Frühlingstag. Schon am frühen Morgen waren die feindlichen JABOS (Anm. Jagdbomber) am klaren Himmel und zwangen uns ständig in Deckung zu gehen. Bereits 4 Wochen vorher waren 2 stärkere Angriffe auf die Stadt gewesen und hatten Verwüstungen angerichtet. ( Anm..4.Februar).

Aber im Ganzen bot Landau noch ein gutes Bild. Je näher die Front heranrückte, umso mehr musste man mit einem großen Angriff rechnen, denn Landau war der militärische Stützpunkt im südlichen Westwall.

Pirmasens und Zweibrücken waren bereits schwer heimgesucht, die Kasernen waren allerdings leer, die Truppen in den umliegenden Ortschaften verteilt. In der 104-er Kaserne waren zahlreiche Kriegsgefangene untergebracht, darunter Kranke in einem eigene Bau, der mit einem roten Kreuz gekennzeichnet war., zusammen mit dem roten Kreuz auf dem Vinzentiusstift eine stille Hoffnung für uns und unsere Kranken, die drunten im Keller bei Dämmerung oder kärglichem Licht ein angstvolles Dasein führten.

Gegen 2 Uhr nachmittags hörte man plötzlich starkes feindliches Motorengeräusch- Vor- und Vollalarm waren schon lange zu einem Dauerzustand geworden. Der niedrige Flug kündete Unheil, die Menschen flüchteten in den Keller. Gleich darauf ein ohrenbetäubendes und atemberaubendes Krachen, das Klirren von unzähligen Glasscheiben, Staubwolken, Angstschreie der Kranken!

Eine schwere Bombenlast war in der Nähe des Krankenhauses niedergegangen und hatte auch im Hause selbst schwere Verwüstungen angerichtet. Die Isolierstation war niedergelegt, im Garten verrieten 4 große Bombentrichter die Gefahr, in der das Krankenhaus geschwebt hatte. Die Luftschutzräume zum Garten zu hatten schweren Schaden genommen und waren unbenutzbar geworden. Getroffen waren die 104-er und die Panzerkaserne, zwischen denen das Vinzentiusstift liegt. Das unmittelbare Nachbarhaus war ein Trümmerhaufen.

Kam war der erste Schrecken vorüber da war von neuem der Anflug feindlicher Flieger zu hören. Gleich darauf ein leichtes Krachen und unzählige Brandbomben hagelten hernieder. Vom Keller aus sah man die Brandsätze aufspritzen. Auch auf das Dach waren viele Brandbomben gefallen und bald zeigte der aufsteigende Rauch ihre verheerende Wirkung. Der große Holz Hof neben dem Krankenhaus stand im Nu in hellen Flammen. Alles was gesund und beherzt war eilte hinauf auf die Speicher des Hauses, um zu retten, was zu retten war. Der Altbau mit seinem Speicherboden aus Holz, seinen Durchgängen und seiner Holzveranda war am stärksten bedroht. Soldaten, Schwestern und sonstiges Personal trugen Wasser und suchten mit Handspritzen zu löschen. Aber bald wurden die Hitze und der Qualm auf dem Speicher so stark, dass er verlassen werden musste. Aber auch die Holzveranda war bereits abgebrannt und in den Zimmern knisterte schon überall das Feuer. Die zweite Etage des Altbaus war nicht mehr zu retten. Besser war es im Neubau. Der Dachstuhl brannte zwar nieder aber die dicke Zementdecke schützte vor einer weiteren Ausdehnung des Brandes. Der Brand des Dachstuhles war so gründlich, das später auch nicht ein Teilchen des ehemaligen Gebälkes zu sehen war.

In der zweiten Etage des Neubaus vor der Kapelle begegnete mir Pfarrer Knöll, der alltäglich im Hause aß und auch die beiden ersten Angriffe im Hause mitgemacht hatte. Er forderte mich auf mit in die Kapelle zu gehen um noch etwaige Gegenstände heraus zu schaffen. Aber alles war bereits ausgeräumt. Seit Weihnachten war das Allerheiligste in einem Kellerraum untergebracht und drunten im Keller wurde auch täglich die heilige Messe gefeiert. Wir gingen zusammen aus der Kapelle und ich sagte noch zu ihm:

„Tragen wir halt wieder Wasser“. Das war unsere letzte Begegnung. Er ging kurz darauf mit seinem Kaplan (Anm. Johannes Bischoff) ins Pfarrhaus und damit in seinen Tod. Der Brand im Haus wurde immer unheimlicher, besonders im Altbau. Die Kranken wurden in die gegenüberliegende Schule, früher Institut der Englischen Fräulein gebracht. Die Feuerwehr blieb lange aus, weil sie in ihrer Hauptstärke zwei Tage vorher nach Pirmasens abgegeben worden war.

Man wusste ursprünglich nicht, wie weit sich der Brand ausdehnen würde. Als dann die Feuerwehr eintraf konnte der Brand energisch eingedämmt werden. Gegen 5 Uhr war ein Großteil des Hauses gerettet. Im Altbau war die zweite Etage, im Neubau der Dachstuhl verloren. Im Schwesternhaus konnten einzelne Brandbomben von den Schwestern unschädlich gemacht werden, sodass kein größerer Schaden entstand. Inzwischen waren immer neue Wellen mit schweren Brandbomben über die Stadt niedergegangen und hatten überall schwerste Verheerungen angerichtet, besonders die Innenstadt wurde hart mitgenommen, überall lohten Brände auf.

Aber von diesen Ereignissen in der Stadt wussten wir hier im Krankenhaus wenig, da die Ereignisse im Haus unsere ganze Sorge in Anspruch nahm. Alles was an Möbel und Gegenständen noch oben war, wurde in den Keller gebracht. Hier herrschte ein buntes Durcheinander. Pfarrer Knöll glaubte ich irgendwo im Hause, da ich nicht wusste dass er in sein Pfarrhaus gegangen war. Gegen halb sechs Uhr begegnete mir mein Schüler Friedel Wetter und sagt mir, dass das Pfarrhaus einen Volltreffer erhalten habe und Pfarrer Knöll, Kaplan Bischoff sowie weitere Personen unter den Trümmern liegen würden. Sofort eilte ich hinüber und es bot sich mir ein schmerzlicher Anblick: das stolze, schöne Pfarrhaus nur ein einziger Trümmerhaufen und 9 Personen lagen darunter. Nur der Bogen des Hauseingangs hatte Stand gehalten und trug noch die Inschrift: pax huic domui (Anm. „Friede diesem Haus“). Auch die Sakristei hatte einen Volltreffer erhalten und war völlig zerstört. Pfarrer Unold, Pfarrer Geraldi und Pfarrer Zipse, sowie einige Männer und Frauen waren bereits an der Unglücksstelle. Kaplan Bischoff und der Gymnasiast Franz Dury gaben unter den Trümmern auf unser Rufen Antwort. Mit ihnen war auch Postsekretär Scherrer, der im Pfarrhaus wohnte, noch am Leben. Es wurde fleißig gearbeitet, um einen Schacht zu den Verschütteten hineinzuführen. Gärtner Kastner, Spengler Quinttus und Hausmeister Gruse haben sich eifrig bemüht. Mitten in der Arbeit tauchten noch einmal 4 Flieger am Himmel auf. Wir hielten sie für Aufklärer, aber plötzlich schossen sie aus allen Rohren und warfen ihre Bomben. Wir verkrochen uns unter den Trümmern des Pfarrhauses um Schutz zu suchen.

Nach langer mühseliger Arbeit gelang es, Verbindung mit dem Keller zu bekommen. Kaplan Bischoff teilte mit, dass Pfarrer Knöll, dessen Bruder und Schwägerin, deren Kind sowie ein Fräulein und ein Elsässer Kind bereits tot seien. Gegen 10 Uhr abends konnte Franz Dury, gegen 12 Uhr auch Kaplan Bischoff geborgen werden. Dury war im Ganzen wohl auf, Kaplan Bischoff war erschöpft und hatte Quetschungen am Bein. Auf einer Bahre wurde er ins Vinzentiusstift getragen. Die Bergungsarbeiten für Scherrer gingen inzwischen weiter. Man war mehr an ihn herangekommen, man konnte mit ihm reden ihn sogar anfassen. Flehentlich bat er immer wieder, man möge ihn doch retten. Aber sein Kopf war so eingeklemmt, dass er trotz angestrengtester Arbeit nicht freigemacht werden konnte. Nichts blieb unversucht, aber der Erfolg blieb versagt. Gegen halb 2 Uhr wurde er ruhig, wahrscheinlich aus Erschöpfung. Er war bewusstlos und ist bald darauf gestorben. Sein Tot war tragisch. Da keine Lebenden mehr zu bergen waren wurde die Arbeit gegen 2 ¼ Uhr eingestellt. Es waren schreckliche Stunden. Die Stadt bot ein schauriges Bild! Die Nacht war taghell erleuchtet. Überall Großbrände. Die Kasernen standen in hellen Flammen, ebenso zwei Häuser unmittelbar neben dem Schwesternbau. Die Feuerwehr blieb über Nacht im Haus und hielt Wache um ein Auflodern des Feuers zu verhüten. Ein „dies ater“. Ein Unglückstag für Landau, für die Pfarrei und für das Vinzentiusstift war zu Ende gegangen.

Die nächste schwere Sorge war die Bergung der Leichen unter dem Pfarrhaus. Die ganze Stadt bot einen grauenhaften Anblick. Alles war in Unordnung, jede Organisation aus den Fugen gegangen. Die Licht und Wasserversorgung versagte, die Bevölkerung floh aus der verwüsteten und weiterhin bedrohten Stadt, die Toten wurden nicht mehrt beerdigt. Trotz eifriger Bemühungen konnte am Samstag und Sonntag niemand gefunden werden der bei der Ausgrabung der Toten mithelfen könnte. Jeder hatte mit sich selbst zu tun, das Durcheinander war zu groß. Für Montagmorgen wurde ein Arbeitskommando zusammengestellt aber kaum waren die Arbeiten begonnen da erschienen wieder die JABOS und alles floh auseinander. Erst am Abend ging es weiter. Es waren inzwischen eine Gruppe von Männern und zahlreiche Mädchen aus Ottersheim gekommen, die beim Ausgraben ihres ehemaligen Pfarrers mithelfen wollten. Da der früher angelegte Schacht zu eng war und bei einer Erweiterung die Gefahr eines Einsturzes bestand, sollte das ganze Pfarrhaus abgetragen werden, um den Luftschutzkeller freizulegen. Das wäre aber eine Arbeit von Tagen gewesen und Eile tat not. Herr Hense vom Vinzentiusstift untersuchte noch einmal gründlich die Tragfähigkeit des Schachtes, man ließ ihn durch Stützen sichern und erweitern, um dennoch auf diesem Wege an die Toten heranzukommen. Wir hatten Erfolg.

Zuerst fand man die Leiche vom Emil Knöll. Diese war bereits bei der Bergung der Lebenden freigelegt. Man bettete den Toten vorläufig auf dem freien Platz gegenüber dem Pfarrhaus. Die weiteren Arbeiten wurden schwierig, weil die Spur der Übrigen verloren war. Nach langem Graben und Suchen stieß man auf die Hand des Kindes Helmut. Und damit war die Richtung des Suchens gegeben. Zunächst fand man Pfarrer Knöll im Sessel sitzend. Er hatte eine schwere Wunde am Kopf und am Rücken, aber sonst war er nicht verstümmelt. Gegen 12 Uhr nachts konnte er herausgeschafft und auf den Rasen des Kirchengartens gebettet werden. Es gab dabei viele Tränen besonders bei den Ottersheimern. Die nächste war Frau Dr. Knöll, die Schwägerin des Pfarrers. Sie war stark mitgenommen. Hierauf wurde auch das Kind Helmut ausgegraben, das wohl beim Herannahen der Gefahr eng an seine Mutter angeschmiegt war. Hierauf stieß man auf den Herren Scherrer, dessen Freimachung ziemlich Mühe machte. Zuletzt fand man das 20 jährige Fräulein und das Kind aus dem Elsass.

Ursprünglich war der Plan, die Toten dienstags im Vinzentiusstift aufzubahren, sie in der darauffolgenden Nacht nach Ottersheim zu holen und am Mittwochmorgen zu beerdigen.

Auf Wunsch der Ottersheimer und der Angehörigen sollten die Toten in Ottersheim ihre letzte Ruhe finden, zumal in Landau in diesen Tagen ein würdiges Begräbnis nicht möglich gewesen wäre. Da aber während der ganzen Nacht von Montag auf Dienstag starkes deutsches Artilleriefeuer eingesetzt hatte war zu befürchten, dass am nächsten Tag feindliches Artilleriefeuer einsetzte und eine Überführung der Leichen nicht mehr möglich wäre.

Deshalb wurde von Pfarrer Funk (Anm. Fink?) aus Ottersheim, der bei der Bergungsarbeit zugegeben war veranlasst, noch in der gleichen Nacht eine Fuhre zu holen und die Leichen gleich nach Ottersheim zu bringen. Kaum waren morgens um 5 Uhr die letzten Toten geborgen, war auch der Wagen da. Nur das Fräulein vom Elsass und das Kind blieben hier. Es war gut! Die Nacht von Montag auf Dienstag bot die letzte Möglichkeit! Am nächsten Tag setzte tatsächlich das feindliche Feuer ein. Ähnlich wie um Weihnachten gingen die Granaten auf die Stadt nieder.

Der Termin für die Beerdigung in Ottersheim sollte Mittwoch früh den 21. März sein. Wegen des Artilleriebeschusses wurde sie auf Dienstagabend 5 Uhr vorverlegt. Kurz vor der Beerdigung brachen aber in Ottersheim durch Feindeinwirkung mehrere Brände aus, sodass sie bis Abend 9 Uhr verschoben werden musste. Sie war einfach, kurz und schlicht. Pfarrer Funk (Anm. Fink?) sprach einige Worte. Am nächsten Morgen war ein feierliches Requiem (Anm. das Grab liegt südlich der Kirche). Die alte kranke Mutter (Anm. von Pfarrer Knöll), die während der gefahrvollen Zeit mit ihrer Tochter in Maikammer weilte, hat diesen schweren Schlag nicht lange überlebt. Sie starb einige Wochen darauf und wurde im gemeinsamen Grab in Ottersheim beigesetzt. Viele Landauer, die bei der Beerdigung des Pfarrers nicht zugegen sein konnten, gaben ihr das letzte Geleit.

So ruht Pfarrer Knöll auf dem Friedhof seiner ersten Pfarrei, der er seine ganze jugendliche Kraft gewidmet hatte und in der er auch unvergesslich bleiben wird. Sein Wirken in Landau war von den Ereignissen des Krieges überschattet und erschwert. Aber auch hier war er unermüdlich tätig, Priester durch und durch. Seine Person wollte er immer im Hintergrund halten, aber in seinem Wirken spürte jeder den heiligen Ernst und die ständig frische Glut seines seelsorgerischen Eifers. Er wird deshalb auch hier in Landau nicht mehr vergessen werden!

Pfarrer Knöll, einst ein sonniger Mensch, ist in den letzten Jahren immer ernster und froher geworden. Sollte sein tragischer Tot ihm als Ahnung vor Augen gestanden sein? Wir wissen es nicht. Aber das wissen wir aus seinem Wirken beten und Leben, dass er wachend gefunden wurde von seinem Herrn der ihn plötzlich rief und „ Seelig der Knecht, den der Herr wachend findet bei seiner Ankunft“.

 

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