Donnerstag, 16. Juli 2026
Tag der Mitglieder: Exkursion nach Limburg an der Lahn
Ein gelungener Ausflug mit Besuch des Domes, des Diözesanmuseums und des Bischofshauses
Noch heute sticht der Dom durch seine Position auf dem Burgberg und durch seineauffallend rot-weiße Bemalung ins Auge. Der Limburger Dom ist eine Kirche am Übergang vonder Romanik zur Gotik.
Der heutige Dom wurde von etwa 1180 – 1230 errichtet. Die Weihe vollzog der Trierer Erzbischof Theoderich von Wied 1235. Kirchenheilige sind Hl. Georg und Nikolaus von Myra.
Im Jahr 1827 wurde das Bistum Limburg neu gegründet und die ehemalige Stiftskirche wurde zur Kathedralkirche, Bischofskirche des neu gegründeten Bistums.
Es darf angenommen werden, dass es auf dem Limburger Felsen über der Lahn ein oder zwei Vorgängerbauten gegeben hat. Bereits um die Mitte des 9. Jh. soll hier durch Erzbischof Hetti von Trier eine vorromanische Kirche eingeweiht worden sein. Im 10. Jh. hatte ein gewisser Gaugraf Konrad Kurzbold auf dem Gelände seiner Burg ein Kanonikerstift mit einer Georgskirche gegründet. Auf deren Grundriss errichteten dann gut 100 Jahre später wohlhabende Bürger den bis heute erhaltenen und deutlich größeren Bau, der 1058 geweiht wurde.
Beim Dom zu Limburg handelt es sich um eine dreischiffige Basilika, die romanische und frühgotische Elemente aufweist. Ein Vergleich mit Speyer zeigt, welche Elemente sich in der Gotik weiterentwickelt haben.
Wenn wir die Apsis des Speyerer Doms betrachten, dann sehen wir bei unserem Dom eine mächtige halbrunde Apsis mit Rundbogenfenstern und diese Fenster umrahmende Blendarkaden. Darüber liegt die Zwerggalerie.
Beim Limburger Dom dagegen ist die Apsis gleich mehrgeschossig. Wir haben Spitzbogenfenster und eine die Fenster rahmende spitzbogige Blendarkatur. Wir haben ebenfalls eine Zwerggalerie und nun ganz dominant an der Apsis Strebepfeiler.
In Speyer befinden sich sehr zurückhaltend und wenig auffällig auf der Südseite an der erst 1409 unter Ruprecht von der Pfalz hinzugefügten gotischen Sakristei,Strebepfeiler.
Bei beiden Kirchen haben wir eine Pfeilerbasilika vor uns. Das heißt, die Mittelschiffswand ruht auf massiven Pfeilern. Während in Speyer die einzelnen Pfeiler mit Rundbögen verbunden werden, haben wie an dieser Stelle in Limburg Spitzbögen.
In Speyer folgt auf diese rundbogigen Arkaden gleich der sogenannte Obergaden mit Rundbogenfenstern - nach den Schraudolph-Fresken.
In Limburg dagegen haben wir einen viel aufwendigeren Wandaufriss vor uns! Den Arkaden folgen Emporen und diesen ein Triforium. Erst über dem Triforium haben wir den Obergaden wiederum mit Spitzbogenfenstern.
Dieser unterschiedliche Wandaufbau hat nicht nur eine andere Wandgliederung zur Folge, sondern auch ein anderes Gewölbe. Während wir in Speyer im Mittelschiff und in den Seitenschiffen jeweils ein Kreuzgratgewölbe haben, gibt es in Limburg ein für die Gotik ganz charakteristisches Kreuzrippengewölbe!
Der Speyerer Dom ist nicht von ungefähr eine Welterbestätte. Ein markanter Punkt hierzu ist das Bandrippengewölbe im Querhaus. Während wir in Krypta, Mittelschiff und Seitenschiffen, die für die Romanik typischen Kreuzgratgewölbe haben, haben wir auf einmal im Querhaus ein Bandrippengewölbe, ein Vorläufer der Kreuzrippengewölbe.
Im Dom wurden wir vom Domdekan Dr. Wolfgang Pax begrüßt. Eine Einführung in die Geschichte des Domes übernahm der Diözesankonservator Dominik Müller.
Neben dem Dom stand auch die Besichtigung des1903 gegründeten Diözesanmuseums auf dem Programm. Das kunsthistorisch bedeutsamste Exponat ist die berühmte Limburger"Staurothek" (stauros bedeutet im Griechischen "Kreuz" und theke „Behälter, Kiste“) eine Goldschmiedearbeit ersten Ranges mit einem Holzsplitter, der nach christlicher Überzeugung vom Kreuz Jesu stammt. Ein weiteres bedeutsames Ausstellungsstück ist der Trierer Petrusstab mit seiner ottonischen Goldhülle. Der Petrusstab wird bis heute bei der Amtseinführung neuer Bischöfe von Limburg dem neuen Amtsträger symbolisch überreicht. Zu den Ausstellungsräumen im alten Museumsgebäude gehören auch Räume des benachbarten Bischofshauses.
Am Nachmittag wurden wir im Bischofshaus vom Bischof Georg Bätzing, dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz empfangen. Nach einer kurzen Einführung konnten wir das Bischofshaus, dass durch die erheblichen Mehrkosten unter dem damaligen Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst in die Schlagzeilen gekommen war, auf eigene Faust besichtigen.
Dank der guten Führungen und des freundlichen Empfangs war es ein gelungener Ausflug nach Limburg an der Lahn in die Zeit des Übergangs von der Romanik zur Gotik.
Alle Teilnehmer sind mit vielen neuen Eindrücken wieder wohlbehalten nach Speyer zurückgekehrt – trotz des sehr heißen Sommertages.
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